Der Bitcoin etabliert sich mehr und mehr als digitales Gold. Als langfristige Bargeld-Alternative wird er inzwischen jedoch nicht mehr gesehen. Doch viele Länder arbeiten inzwischen an digitalen Währungen, die genau diesen Zweck erfüllen sollen – darunter auch die europäischen Währungshüter.

Immer mehr Länder arbeiten an Bitcoin-Alternativen

Digitale Währungen sind inzwischen weit verbreitet. Nahezu alle größeren Länder arbeiten an ihren eigenen Alternativen zum Bargeld. In China ist der digitale Renminbi bereits im Handel. Die Währung wurde in den letzten Monaten sukzessive an die Bevölkerung ausgegeben. In der Praxis gestaltet sich die Nutzung jedoch wenig innovativ. Zahlungen erfolgen im Stile klassischer Mobile-Payment-Lösungen.

In Schweden, wo das Bargeld mittlerweile fast passé ist, wird an der E-Krona gearbeitet, der Digitalversion der schwedischen Krone, die von der schwedischen Nationalbank Sveriges Riksbank entwickelt wurde und noch in den nächsten Jahren zur Marktreife geführt werden soll.

Daneben arbeitet Facebook mit Diem (vormals Libra) ebenfalls an einer vielversprechenden digitalen Währung. Sie soll noch in diesem Jahr an den Start gehen.

Die Hürden eines digitalen Euros

Die EZB hat kürzlich einen Bericht zum Thema digitaler Euro veröffentlicht. Darin wurden diverse Banken und Finanzdienstleister zum Thema befragt. 20 Prozent gaben an, in den nächsten sechs Jahren eine eigene Digitalwährung veröffentlichen zu wollen. Denn ein digitaler Euro hat einige Vorteile. So könnten Privatleute Gelder unmittelbar bei der Zentralbank hinterlegen. Was bislang nur gewerblichen Kreditgebern möglich ist, könnte damit auch von Privatpersonen genutzt werden.

Problematisch könne wiederum sein, dass ein Abzug der Ersparnisse über digitalem Wege noch einfacher vonstattengeht. In Krisenzeiten könnte dies zu einer weiteren Verschlechterung der Lage führen, indem massenhaft Ersparnisse vom digitalen Konto abgebucht werden. Auch deshalb beschreibt der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer den digitalen Euro als riskant.

Die Entscheidung über einen digitalen Euro soll noch in diesem Jahr fallen. Mitte 2021 ist ein Meeting der verantwortlichen Banken und Dienstleister geplant, in dem über das weitere Vorgehen entschieden wird. Klar ist, dass es bei einer positiven Einigung noch mindestens einige Jahre dauern wird, bis der digitale Euro kommt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geschehnisse rund um den digitalen Euro entwickeln werden.