Finanzminister Scholz hat sich bereits im November 2020 gegen Kryptowährungen des Privatsektors ausgesprochen. Ob und wie Deutschland bei der Digitalisierung, vor allem des Finanzwesens, mithalten will, bleibt dabei fraglich. Scholz sieht klar, dass deutsche Bankensysteme bei der Digitalisierung des Geldsystems aufschließen müssen. Privaten Kryptowährungen spricht er aber keine wichtige Rolle zu.

Libra wird zu Diem

Vor allem die Kryptowährung von Facebook befasst alle G7-Finanzminister. Das Projekt soll nun Diem statt Libra heißen. Im Frühjahr 2021 wird Diem live gehen. Facebook sieht keinen Währungskorb vor, sondern nur noch eine Bindung an den Dollar. Ursprünglich nannte das soziale Netzwerk seine Kryptowährung Libra und kündigte diese schon Mitte 2019 an. Dann tat sich lange nichts; über den Status des Dollar-Stablecoin kam Libra nicht hinaus. Nun die neue Namensfindung. Bringt Diem die Wende?

Finanzminister diskutieren über “Wolf im Schafspelz”

Die Vorstöße seitens Facebook versetzen die Finanzminister soweit in Unruhe, dass sie über Diem auf einer virtuellen Konferenz diskutiert haben. Olaf Scholz bezeichnete die umbenannte Kryptowährung als “Wolf im Schafspelz, der weiterhin ein Wolf bleibt”. Ein Markteintritt in Europa und Deutschland soll laut ihm nicht akzeptiert werden. Das liegt vor allem an den fehlenden Regularien. Solange die Risiken nicht transparent adressiert sind, scheint Diem keine Rolle in Europa zu spielen.

Olaf Scholz bleibt seiner Linie treu und unterstützt keine digitale Währung des privaten Sektors. Das Währungsmonopol soll in der Hand der Staaten bleiben. Das ist auch der Hauptgrund für die Ablehnung der G7-Finanzminister. Geldwäsche oder Verstöße gegen die Privatsphäre sind nur weitere Punkte, die Skepsis auslösen.

Das Ergebnis

Die Finanzminister einigten sich, die Aussagen aus Oktober 2020 zu bekräftigen. In der Branche wird weiter spekuliert, ob die Politiker Diem zu kritisch betrachten. Im Vergleich zu Bitcoin oder Ethereum sehen Kenner die Facebook-Währung eher als handzahm an. Die Währungsambitionen seien zudem mit dem Wechsel auf den Dollar abgeschwächt worden.

Digitale Zahlungen sollen Vorteile bringen

Virtuelle Zahlungen sollen in erster Linie Finanzdienstleistungen günstiger gestalten und den Zugang erleichtern. Das betonten die Minister beim Treffen ebenfalls. Das Verhindern von kriminellen Aktivitäten stehe über allem.